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"Sprallo" und "Müslitrine". Das war der erste Eindruck,
den wir voneinander hatten, als wir uns im Sommer '99 die ersten Male im Hotel
Baseler Hof über den Weg liefen. Niemand hätte gedacht, daß
uns ein Jahr später ein paar Teetassen den Weg in eine große Liebe
bahnen würden.
Montags bis freitags Punkt 16:30 Uhr trafen wir uns wie
durch Zauberhand geleitet in der Pantry. Mareike um Tassen abzuwaschen, Tommy um Tee zu holen.
Durch das breite Grinsen unserer Chefs, die ebenso magisch um 16:35 Uhr in die
Pantry gezogen wurden, bemerkten auch wir, daß da was im Gange war.
Natürlich stritten wir erstmal alles ab.
Aber nach traumhaften Abenden im
Grünspan mit anschließendem Sonnenaufgang auf taubehangener Kuhwiese,
ewigen Spaziergängen an der Elbe ("ach, ist doch nicht mehr weit")
mit folgender Erkältung, Wallace & Gromit- Video-Guck-Versuch, weiß
dampfenden Autos, heißen Nächten mit kühler Melone und der ewig
wiederkehrenden Frage: "Seid Ihr nun zusammen?" mußten wir es
eingestehen:
Wir hatten uns verliebt.
Die Liebe wuchs und aufgrund eines
unerwarteten WG-Rausschmisses zwei Tage vor Weihnachten und eines sehr pedantischen
Mitbewohners entschlossen wir uns schnell zusammenzuziehen.
Wie das Leben so
spielt liebten und stritten wir uns, durchlebten schöne und harte Zeiten und
brauchten unheimlich viel Klopapier für Freuden- und richtige Tränen.
So kam der Sommer und nach einem 6-wöchigen Thailand- bzw. Italienaufenthalt
entstand der Wunsch nach mehr. Wir wollen nach Neuseeland.!
Dem Land unserer
Träume, dem Land, das alle Landschaften dieser Erde, Klimazonen,
Naturvölker und moderne Gesellschaft miteinander vereint.
Aber wie kommen wir dahin? Wir haben alle Möglichkeiten durchgespielt.
Quer über die Weltmeere. Jumbo rein und wieder raus, mit dem Lada quer
durch die Sowjetunion oder zu Fuß mit dem Handwagen.
Aber was ist unser Ziel? Wir wollen Länder und Menschen kennenlernen.
Wir möchten zumindest einen kleinen Einblick in Ihre Traditionen und
Lebensgewohnheiten gewinnen. Wir möchten uns an schönen Landschaften
erfreuen und unsere Grenzen in klimatisch schwierigeren testen.
Wir möchten beisammen sein und Frieden genießen und doch Abenteuer spüren.
Wir möchten uns vor Monsterkakerlaken gruseln können, zum Tschai
einladen und von tropischen Regengüssen überraschen lassen,
das Gefühl haben voranzukommen ohne an allem vorbei zu fahren,
einmal 7 Stunden warten ohne im Streß zu sein, die totale
Entspannung erfahren, Ratten an den Füßen knabbern spüren -
einfach alles was passieren muß, damit man später was zum Erzählen
hat und vor allem um eine riesig große Erfahrung reicher zu sein.
Nach reiflicher Überlegung entschlossen wir uns für das Verkehrsmittel,
mit dem man die Welt aus eigener Kraft in angemessener Geschwindigkeit ohne
Glaskuppel umweltgerecht und günstig erkunden kann. Das Fahrrad.
Nachdem wir das Verkehrsmittel hatten, kam der Rest.
Route, Budget, Ausstattung, Versicherung und immer wieder Budget, Budget, Budget.
Egal worüber wir uns Gedanken machten, alles zog tausend Entscheidungen nach sich.
geodätisch, Kuppel, Tunnel?
rot, grün, braun?
Ajungilak, North Face, four seasons?
Hep A, B, jap. Enzemyophelitis?
Visa, Euro, Diners?
Thailand, Malaysia, Indonesien?
Thailand, Laos Vietnam?
DKV, SKV, KKV? Kellnern, Kochen, Medikamente testen?
Und irgendwann ist man soweit,
daß man morgens bei der Wahl der Socken erstmal alle Vorteile und Risiken abwägt...
Tausend Entscheidungen, die bis jetzt noch nicht endgültig getroffen sind.
Aber eines steht fest:
Wir entdecken die Welt - GEMEINSAM!
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